Megatrend: Frauen

June 24, 2010

Megatrend: Frauen

Die Zukunft gehört den Frauen: Sie leben länger, sie sind gebildeter, sie sind in der Überzahl, Sie treffen die Entscheidungen.

Ein wichtiges Indiz des „female shift“ ist die weibliche Bildungsrevolution. In den meisten OECD-Ländern steigt der Anteil Mädchen mit Matura-Abschluss rapide an. In der Schweiz haben 2005 erstmals mehr Frauen ein Lizenziat an einer Hochschule abgeschlossen als Männer – und der Trend setzt sich fort.

Diese Entwicklung wird in den kommenden Jahren einen starken Einfluss auf die Wirtschaft und Gesellschaft haben. Die klassische Rollenverteilung und tradierte Familienbilder werden neuen Modellen, wie z.B. Patchwork Familien weichen. Frauen werden nach neuen Lösungen und Wegen suchen, um Familie, Kind und Karriere unter einen Hut bringen zu können. Viele Zukunftsforscher sind sich einig, dass diese „Neuverhandlung“ von Frau und Mann uns in den nächsten Jahren prägen werden.

Was das Konsumverhalten von Frauen angeht, so gibt es auch schon einige Entwicklungen in diversen Branchen. In England beispielsweise geben Frauen für Online-Einkäufe seit ein paar Jahren mehr Geld aus als wir Männer. Besonders spannend finde ich, dass Frauen sich beim Einkaufen mehr auf Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis verlassen als Männer. Laut einer Studie der Beratungs- und Agenturgruppe Marketing Partner können sich 81.6% der Frauen vorstellen, Produkte direkt über Bekannte zu erwerben. Männer stehen diesem Verkaufsmodell ein bisschen skeptischer Gegenüber. Nur 65.9% der Männer würden bei Kollegen direkt einkaufen. Uns fehlt wohl das Tupperware-Party-Gen :-)

Dass Frauen ein enormes Potential für gewiefte Marketeers haben, ist nichts Neues. Die Entwicklung weg von technisch ausgereiften aber emotionslosen Produkten hin zu Angeboten, die begeistern hat viel mit dem „female shift“ zu tun. Frauen sind anspruchsvollere Konsumenten und achten auf viele Kleinigkeiten, die heute einen grossen Unterschied machen. Moderne Firmen setzen auf langfristige Kundenbeziehungen statt auf kurzfristige Verkäufe. Gefragt sind soft skills: zuvorkommende Verkäufer, gutes Design, saubere Webpages und kleine Aufmerksamkeiten, die das Kauferlebnis einzigartig machen.

Beste Grüsse

Robin Sengupta – konzeptwerkstatt

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