Hola Maria!

February 24, 2010

Hola Maria!

Im Oktober 2009 öffnete in Hennigsdorf (DE) bei Berlin eine ganz besondere Garage seine Pforten. Die Firma Señorita Maria punktet nicht etwa mit einem besonders breiten Sortiment (verkauft wird ausschliesslich SEAT) oder den PS stärksten Motoren (vgl. Sortiment). Nein, das Spezielle an dem Autohaus: es sind ausschliesslich weibliche Mitarbeiterinnen angestellt. Von der Geschäftsführerin über die Verkäuferinnen bis hin zur Mechanikerin – bei Señorita Maria giltwomen only!“ Selbstverständlich will man nicht auf männliche Kundschaft verzichten, im Vordergrund stehen aber klar die Bedürfnisse der Kundinnen.

Wie hinlänglich bekannt ist, unterscheiden sich die Wünsche und die Kriterien bei der Wahl des Autos zwischen Mann und Frau oft erheblich. Abgesehen von Christina Surer sind die Anzahl Zylinder, Hubraum, PS oder gar die Newtonmeter eines Autos für die wenigsten Frauen ein massgebliches Verkaufsargument. Aus Marketing-Sicht liegt eigentlich nichts näher, als diesem Kundensegment ein passendes Angebot und ein einzigartiges Kauferlebnis zu bieten. Für die findige Geschäftsführerin macht es sich bezahlt, sich an die grundlegende Theorie der Marktsegmentierung zu halten:

  1. Kundenbedürfnisse bestimmen und Markt segmentieren
  2. Profile der resultierenden Segmente entwickeln
  3. Abschätzen der Attraktivität jedes Segmentes
  4. Auswahl der Zielsegmente
  5. Differenzierungsvorteile für jedes Zielsegment identifizieren
  6. Positionierungskonzepte entwickeln und auswählen
  7. Für jedes Zielsegment Marketingplan und Marketing-Mix entsprechend der Positionierung entwickeln.

Besonders viel Wert wird auch darauf gelegt, dass sich – neben den Kundinnen – die Mitarbeiterinnen im Betrieb stets wohl fühlen.

  • Familienorientierter demokratischer Führungsstil der Geschäftsführung durch Einbindung aller Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess
  • flexible Arbeitszeitmodelle mit dem Angebot der Kinderbetreuung insbesondere für alleinerziehende Mütter
  • kostenfreie Unterbringung für weibliche Auszubildende direkt am Ausbildungsort durch das Unternehmen finanzierten Wohngemeinschaften
  • kostenfreie Angebote für Nachhilfeunterricht
  • schrittweise Integration von bisher nicht Berufstätigen in das Berufsleben

Wir von der konzeptwerkstatt begrüssen dieses einfallsreiche und erfrischende Beispiel von konsequenter Ausrichtung aller Aktivitäten auf die Bedürfnisse seiner Zielkunden Zielkundinnen.

Beste Grüsse

Robin Sengupta

4 Responses

  1. Toni says:

    Lieber Robin und Thomas

    Sehr spannendes Thema. Vielleicht gibt es ja bald spruchreife Zahlen von Sênorita Maria betreffend Output der weiblichen Bemühungen. So quasi unter dem Motto: Was hat denn die ganze Geschicht monetär gesehen gebracht und welches Potential schlummert hinter dieser gezielten Aktion.
    In diesem Sinne e scheene Gruess us Basel und auf bald.
    Toni

    February 24th, 2010 at 17:14
  2. robin says:

    Besten Dank für Deinen Kommentar.

    Es wird sich zeigen, ob die Geschäftsidee tatsächlich auch finanziell Früchte tragen wird. Den innovativen Geschäftsführerinnen würden wir es auf alle Fälle gönnen.

    Eine ähnliche Idee gab es übrigens schon vor ca. 5 Jahren in Indien. In Delhi hat damals eine women-only Tankstelle für Aufsehen gesorgt. Nebst dem Werbe-Erfolg (sogar BBC hat darüber berichtet) konnte die Tankstelle den Umsatz dank der neuen Strategie um mehr als 300% steigern.

    Auch Harley Davidson hat das Potential weiblicher „Töff-Fans“ erkannt und hat auf der eigenen Page einen Bereich für die Women Rider kreiert. Nebst dem Informations-Austausch werden gezielte Events und Produkte angeboten, welche für die „Riderinnen“ attraktiv sind.

    Die Beispiele zeigen, dass sich mit etwas Markting-Grips auch in scheinbar gesättigten Märkten, lukrative Nischen und Kundensegmente erschliessen lassen.

    Gruss
    Robin

    March 8th, 2010 at 14:17
  3. Reto says:

    Hey Jungs

    Cool, dass Ihr auch die automobile Welt beobachtet! Obwohl es sich hier nicht um meine bevorzugte Marke handelt könnte ich wahrscheinlich gut mit der Bedienung leben ;-)

    In AUTO BILD (Printausgabe) gelesen:

    1. Mittlerweile rennt die männliche Kundschaft die Bude ein (und kauft fleissig).
    2. Offenbar war Anette Kühn, eine der beiden Verkäuferinnen, den Kolleginnen zu erfolgreich. Dies hat dazu geführt, dass die Dame das Autohaus mittlerweile glatt bereits wieder verlassen hat (oder musste?). Da stellt sich wieder mal die Frage, ob bzw. wie gut rein weibliche Teams miteinander arbeiten können. Da kommt der Mensch offensichtlich der besten Strategie in die Quere… :-/

    Weiterhin gespannt auf neue Blogs und viel Erfolg,

    Reto

    March 9th, 2010 at 16:02
  4. robin says:

    Hi Reto

    Willkommen auf unserem Blog & vielen Dank für Deinen Input.

    Freut uns zu hören, dass die Damen erfolgreich sind – wenn auch nicht mit ihrer Hauptzielgruppe…

    Beste Grüsse
    Robin Sengupta

    March 10th, 2010 at 17:37

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